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TraViMo – Das Transportstrom-Visualisierungs-Modell des BBSR

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Das BBSR hat auf breiter empirischer Basis unter Anwendung moderner Business-Intelligence-Software ein Transportstrom-Visualisierungs-Modell (TraViMo) für den Güter- und Personenverkehr entwickelt. TraViMo kann unterschiedlichste Fragen der regionalisierten Verkehrspolitik beantworten und dient somit der Forschung und Politikberatung. Zudem kann es an verschiedene Zusammenhänge angepasst und zielgerichtet weiterentwickelt werden.


Das TraViMo-Modell

Mit TraViMo 1.0 können für definierte Zeiträume alle Transporte von und nach Deutschland sowie Verflechtungen innerhalb Deutschlands auf Ebene der Stadt- und Landkreise nach 81 Gütergruppen ausgewiesen werden. Die Version 1.0 von TraViMo verknüpft für den Güterverkehr die Verkehrsleistungsstatistiken der Verkehrsträger Bahn, Binnenschiff, Seeverkehr und Straße der Jahre 2004 bis 2010 nach der Güternomenklatur NST/R mit der Verflechtungsprognose 2025. Um auch Fragen zu beantworten, die auf die amtlichen Produktionsstatistiken zurückgreifen, wurden die Daten zusätzlich in die NST 2007 Klassifikation umgewandelt.

TraViMo 1.0 bietet für den Straßengüterverkehr ein heruntergebrochenes Schätzmodell, da nicht jeder einzelne Lkw-Transport statistisch erfasst werden kann. Der Aussagegehalt dieses Schätzansatzes wird durch weitere Daten, Befragungen und Plausibilitätsprüfungen verbessert und kann durch regionale Verkehrsstromanalysen vor Ort angepasst werden.

TraViMo 1.0 ermöglicht auch Analysen des Personenverkehrs. Auf Grundlage der Verflechtungsprognose 2025 werden die Basisdaten des Jahres 2004 mit verschiedenen verkehrsstatistischen Daten jährlich fortgeschrieben, so dass derzeit räumlich differenzierte Ex post-Analysen zum Personenverkehr bis zum Jahr 2010 möglich sind.

Die Angaben zum Personenverkehr liefern Informationen darüber, welches Verkehrsmittel (Bahn, Bus/ÖSPV, Fahrrad, Fußweg, Luftverkehr, MIV) zu welchem Zweck (Ausbildung, Beruf, Einkauf, Geschäft, Privat, Urlaub) genutzt wird. Die räumliche Differenzierung erfolgt ebenfalls nach Kreisen.

Durch die Informationen über Quell-Ziel-Verbindungen können Verkehrsverflechtungen analysiert und ein differenziertes Verkehrsbild für Deutschland gezeichnet werden. Mit Hilfe der amtlichen Verkehrsleistungsstatistiken wird TraViMo jährlich aktualisiert und in Kürze mit der Verflechtungsprognose 2030 verknüpft.


Beispiele

Nachfolgend stellen wir zwei Auswertungen zum Güter- und Personenverkehr vor, die erste Einblicke in die Funktionalitäten von TraViMo geben. Die Abbildung 1 zeigt eine Auswertung für den Transport flüssiger Mineralölerzeugnisse im Jahr 2010. Zur besseren Übersicht werden nur die Relationen angezeigt, die ein Mindestaufkommen von insgesamt 50.000 t pro Jahr aufweisen. Durch diese Filterung sind auf der Karte eindeutig räumliche Schwerpunkte ersichtlich, in denen sich größere Raffinerien oder Tanklager befinden, wie zum Beispiel in Leuna oder Hamburg.

Transportströme von flüssigen Mineralölerzeugnissen ab 50.000 t pro Jahr nach Verkehrsträgern 2010 Transportströme von flüssigen Mineralölerzeugnissen ab 50.000 t pro Jahr nach Verkehrsträgern 2010Transportströme von flüssigen Mineralölerzeugnissen ab 50.000 t pro Jahr nach Verkehrsträgern 2010 Quelle: BBSR, TraViMo, 2014

Die Abbildung 2 zeigt die relevanten Personenverkehrsströme ab 200.000 Fahrten pro Jahr nach Verkehrsträger. Erwartungsgemäß zeigt sich bei den Verkehrsträgern eine hohe Dominanz des motorisierten Individualverkehrs. Auch nicht überraschend ist die Tatsache, dass bei den weit von Deutschland entfernten Zielen das Flugzeug zum Einsatz kommt. Zudem sind deutliche Schwerpunkte des Verkehrsmittels Bahn in den größeren Metropolen in Deutschland zu erkennen.

Beispiel TraViMo Jahr 2010 für Personenverkehr ab 200.000 Fahrten pro Jahr nach Verkehrsmittel TraViMo Jahr 2010 für Personenverkehr ab 200.000 Fahrten pro Jahr nach VerkehrsmittelBeispiel TraViMo Jahr 2010 für Personenverkehr ab 200.000 Fahrten pro Jahr nach Verkehrsmittel Quelle: BBSR, TraViMo, 2014

Durch die Kombination mit weiteren Daten kann TraViMo 1.0 vielfältig eingesetzt werden:

  • Schnelle Visualisierung des Verkehrsgeschehens ausgewählter Regionen und Bereitstellung regionaler Verkehrsdaten


  • Notfallplanung bei einem Verkehrsträgerausfall – Identifikation besonders wichtiger Transportströme

  • Bewertung der verkehrlichen Wirkungen raumplanerischer Maßnahmen


  • Abschätzung verkehrlicher Wirkungen von Investitionen


  • Branchenspezifische Analysen, z.B. Steinkohlelogistik
    (siehe BBSR-Analysen Kompakt 11/2013, Robustheit des Verkehrssystems)
    >> weitere Informationen


  • Abschätzung gesamtwirtschaftlicher Effekte (z.B. Potentialuntersuchungen)


Weiterentwicklung TraViMo 2.0

Das BBSR entwickelt TraViMo gemeinsam mit dem BMVI weiter. In der Version 2.0 werden die Transporte nicht mehr nur durch Luftlinien dargestellt, sondern konkrete Routen visualisiert. Durch die Nutzung von Umlegungsdaten wird dann auch die jeweils genutzte Verkehrsinfrastruktur angezeigt.

Ausblick auf TraViMo 2.0 – Beispielkarte mit einer schematischen Darstellung aller Umlegungsdaten für 2010 nach Verkehrsträgern Ausblick auf TraViMo 2.0 – Beispielkarte mit einer schematischen Darstellung aller Umlegungsdaten für 2010 nach VerkehrsträgernAusblick auf TraViMo 2.0 – Beispielkarte mit einer schematischen Darstellung aller Umlegungsdaten für 2010 nach Verkehrsträgern Quelle: BBSR, TraViMo, 2014


Mit TraViMo nutzt das BBSR neue Softwarelösungen und kann somit einem breiten Fachpublikum räumliche Verkehrsanalysen zur Verfügung stellen.


Zusatzinformationen

Kontakt

Dr. Bernd Buthe
Referat I5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-2332

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